Aloe-Extrakte enthalten Stoffe, die Heilwirkung haben können
Noch gibt es nicht viele streng wissenschaftliche Studien zu den Heilwirkungen der Aloe.
Doch ist in der Zeitschrift "Tropical
Medicine and International Health" 1996 eine
größere doppelblinde, placebokontrollierte Studie
publiziert worden, in der mehrere Autoren aus
Schweden, den USA und Pakistan den therapeutischen
Effekt von Aloe vera in einer hydrophilen
Creme bei Psoriasis-Kranken untersuchten und
auch nachwiesen.
Im gleichen Jahr erschien eine tierexperimentelle Arbeit im "Journal of alternative and complementary Medicine", in der auf den positiven Effekt von Aloe-Extrakten auf die Wundheilung hingewiesen wurde.
Japanische Forscher bemühten sich in mehreren grundlegenden Arbeiten um die Analyse der Inhaltstoffe der Aloe-Pflanze.
Zu den mehr als 160
bekannten Inhaltsstoffen der Aloe gehören das
Mucopolysaccharid Acemannan, das in allen Zellmembranen
des Menschen vorkommt, Anthraquinone,
lektinartige Substanzen, Peptide mit Wachstumsfaktorähnlichen Wirkungen, Saponine, Antimutagene,
Glykane und zahlreiche Enzyme, Vitamine
und Mineralien.
Auch hier besteht noch ein
großer Forschungsbedarf bezüglich der Struktur
vieler Inhaltstoffe und deren Beitrag an den kaum
bezweifelbaren Wirkungen von Aloe-Extrakten.
Im Gegensatz zur Aloe als Forschungsgegenstand hat die Aloe als "Schönheitsmittel" in Form von Gels, Cremes und Lotionen schon lange Eingang in die kosmetische Hautpflege genommen.
Hier hat die Aloe sogar eine sehr lange Geschichte. Die ägyptischen Königinnen Nofretete und Cleopatra beispielsweise haben, so lautet zumindest die Überlieferung, das gallertartige Innere der Blätter täglich direkt auf den gereinigten Körper gestrichen und zusammen mit Ölen als feuchtigkeitspendende Emulsion verwendet.
Heute gibt es
Kosmetikfirmen, die Aloe-Extrakte und Aloe-
Gele in kompletten Kosmetikserien vertreiben.
Man weiß auch inzwischen, daß frisches Aloe-Gel
bis zur Keimschicht der Haut vordringt.
Der Saft der Aloe-Pflanze wird gern zur Verdauungsförderung
eingenommen. Seit den 80er Jahren
ist außerdem bekannt, daß Aloe-Extrakt auch den
Blutzucker bei Diabetes senken kann.
Eine Forschergruppe an der Mahidol-Universität in Thailand, die in der Zeitschrift "Phytomedicine" eine einfachblinde, placebokontrollierte Studie an 72 Typ-II-Diabetikern veröffentlichten, stellten eine Blutzuckersenkung unter Aloe innerhalb von zwei Wochen fest, die sogar die Wirkung von Glibenclamidübertraf, und einen Triglycerid-Abfall innerhalb von vier Wochen.
Unverändert blieben beispielsweise
die Cholesterin- und Harnsäurewerte.
Man sollte jedoch wissen, daß es über 400 Aloe-Arten auf der Welt gibt. Davon sind im wesentlichen
nur drei Arten medizinisch wertvoll: die Aloe
arborescens, die Aloe ferox und die Aloe vera barbadensis miller.
Die meisten Säfte werden aus Aloe vera barbadensis miller gewonnen.
In vielen mediterranen Ländern wachsen Aloe-
Pflanzen zusammen mit Agaven in den Gärten hinter
den Häusern oder in Pflanzenkübeln vor der
Haustür.
Agaven ähneln der Aloe, gehören aber nicht - wie die Aloe - zur Familie der Liliengewächse. Vor allem besitzen Agaven keine Heilwirkungen.
Außerdem blüht die Aloe jedes Jahr, die Agave hingegen blüht nur einmal in ihrem Leben und stirbt dann ab.
Aloe Vera barbadensis miller wird heute in zum Teil riesigen Anbauarealen
in Ländern wie Mexiko und Texas oder
auf Hawaii kultiviert. Auch in Europa gibt es inzwischen
einige Hektar Aloe-vera-Kulturen wie in
Spanien, auf den Kanarischen Inseln oder auf den
Balearen.
Aloe ferox wächst hingegen wild auf riesigen Hochebenen in Afrika, vor allem in Südafrika, aber auch in vielen Ländern Asiens.
Schneidet man ein Aloe-Blatt ab, so tropft ein gelblicher zäher Saft aus dem Blatt, der außerordentlich bitter schmeckt. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, diesen Bittersaft vom gelartigen Blattinneren zu trennen. Dabei enthält die Aloe vera barbadensis miller etwas weniger Bitterstoff als die Aloe ferox.
Bei beiden
sitzt der Bittersaft nahe der Blattepidermis, läßt
sich also durch Schälen der Blattoberhaut teilweise
entfernen. Einige kommerziellen Aloe-Säfte, die weltweit
verkauft werden, enthalten garantiert keine
Bitterstoffe mehr, sondern nur den reinen Saft (LR Aloe Vera Gel Life Essence).
Allerdings ist Aloe-Saft nicht gleich Aloe-Saft. Bei der Zubereitung von Aloe-Extrakte können qualitative Unterschiede bestehen, die die Güte des Endproduktes möglicherweise beeinflussen (Zertifikate).
Quelle: KLINIKZEITUNG der Alexanderhausklinik Davos