"Der Heilpraktiker" über Aloe Vera - ein Auszug

"Schon bevor es historische Aufzeichnungen gab, fanden Arzneipflanzen zur Behandlung von Leiden und zur Förderung der Gesundheit Anwendung. In fast allen Völkern der Welt gibt es Nachweise über die traditionelle Verwendung von Heilpflanzen. Der Mensch ist sich seit jeher der Tatsache bewusst, dass zahlreiche Pflanzen – seien es ihre Wurzeln, Blätter, Blüten oder Beeren – über pharmazeutische Wirkstoffe verfügen. So wurden Heilmittel entweder durch mündliche oder durch schriftliche Überlieferung von Generation zu Generation weitervererbt. Die Überlieferungen werden in der heutigen Zeit durch klinische Studien bestätigt, die den Wert dieser Pflanzen als Heilmittel beweisen. Es gibt nur wenige Pflanzen, denen eine dermaßen hohe Ehrerbietung entgegengebracht wird, wie dem sukkulenten Blatt der Aloe Vera Pflanze. Die Aloe findet schon seit mindestens 4.000 Jahren im medizinischen und im therapeutischen Bereich Anwendung. Heutzutage wird sie vielerorts in der Welt verwendet und angepflanzt. Ihr natürliches Habitat sind die tropischen Regionen, doch gedeiht sie in Ländern mit äußerst rauen Witterungsverhältnissen auch gut im Hause.

Es gibt rund 300 unterschiedliche Aloe-Gattungen; die häufigste Verwendung findet allerdings die Aloe Vera. Die Aloe gehört der Familie der Lilien (Liliaceae) an, obgleich sie in ihrem Aussehen eher einem Kaktus ähnelt. Sie ist eine perennierende (mehrjährige) Pflanze mit gelben Blüten. Die Blätter sind rau, steif, dornig und von dreieckiger Form; sie können eine Länge von 51 cm und eine Breite von 7,5 cm erreichen. Aloe-Blätter bestehen aus drei verschiedenen Schichten. Die äußere Blattschicht zeichnet sich durch ein zähes Gewebe aus, das der Pflanze Schutz vor Natureinflüssen bietet.

Unter dieser Außenschicht liegt ein dünner Stoff, Chlorenchym genannt, das der Pflanze bei der Verarbeitung von ultraviolettem Licht hilft. In der Innenschicht werden Wasser und Nährstoffe gelagert. Diese Schicht macht den Großteil der Pflanze aus und enthält das heilende Gel. Zwischen dem Chlorenchym und dem inneren Mark liegen zahlreiche Gefäßbündel, in denen sich ein bitterer, gelber Saft befindet.

Seit Jahrtausenden setzt man die Aloe Vera bei der Behandlung von Verbrennungen und Geschwüren, bei der Wundheilung sowie bei der Linderung von Hämorrhoiden ein. Man nimmt an, dass die Verwendung der Aloe in Ägypten oder im Nahen Osten begonnen hat.

Die alten Ägypter machten bei ihren Einbalsamierungs- und Begräbnisriten von der Aloe Vera Gebrauch; man findet Zeichnungen von der Aloe-Pflanze an den Wänden von Höhlen und Grabstätten. Gemäß einer Legende wandte Kleopatra diese Heilpflanze sogar an, um ihre Haut geschmeidiger werden zu lassen. Der griechische Historiker Dioskorides empfahl Aloe Vera zur Behandlung von Verbrennungen, Nierenleiden und Verstopfungen.

Auf den Rat von Aristoteles hin besetzte Alexander der Große eine Insel östlich der afrikanischen Küste (Madagaskar), um Zugang zur Aloe zu haben. Seine Soldaten benutzten sie zur Wundbehandlung. Historische Aufzeichnungen liefern uns zudem Beweismittel, dass die Aloe von zahlreichen anderen Völkern verwendet wurde, z.B. von den Ägyptern, Griechen, Römern, Hebräern, Chinesen, Indern, Algeriern, Marokkanern, Tunesiern und Arabern.

Arten von Aloe-Produkten In den Geschäften findet man Aloe-Produkte aneinandergereiht in den Regalen, und bisweilen ist es schwierig, die Produkte mit der besten Qualität heraus zu erkennen. Ausschlag gebend ist der auf dem Etikett angegebene Aloe-Gehalt. Aloe sollte sich unter einer der ersten, aufgelisteten Inhaltsstoffe befinden. Wird Aloe Vera als Extrakt aufgeführt, ist Vorsicht geboten, denn dies könnte auf eine starke Verdünnung hinweisen. Nachfolgend sind einige der häufigsten Aloe-Arten aufgeführt und erläutert:

Sonnenschutz für die Augen
Aloe-Augentropfen zu Schutz und Heilung der Augen werden womöglich in Kürze auf den Markt kommen. Der Opthamologist Nevill Baron, M.D. hat Beweise an den Tag gebracht, dass AloeExtrakte das Auge vor Schaden durch ultraviolette Strahlen schützen kann. die Aloe schützt das Auge nicht nur vor Verschlechterungen, sondern vermag auch Grauen Star, Verschlechterungen der Netzhaut und Probleme an der Augenlinse zu heilen. Die Erfahrungen, die ein anderer Physiker, Derry Lawrence, M.D. aus Corpus Christi, Texas gemacht hat, scheinen die Dr. Barons Schlussfolgerungen zu bestätigen. Dr. Lawrence, ein Hobby Schweißer, verwendet Aloe, um seine Augen von den gelegentlichen Funken auf die Bindehaut zu heilen. In einem Brief an das New England Journal of Medicine schreibt er, dass "das klare Gel aus dem frisch zerbrochenen oder aufgeschnittenen Aloe-Blatt äußerst steril und wohltuend ist. Schon ein einmaliger oder zweifacher direkter Kontakt mit dem betroffenen Auge oder Ohr führt zu einer raschen und vollständigen Linderung und scheint auch den Heilprozess voranzutreiben."

Aloe bei Sonnenbrand
Man hielt gebräunte Haut lange Zeit für ein Zeichen von Gesundheit. Jahrelange Forschungen haben das Gegenteil bewiesen: Übermäßiger Sonnengenuss kann für die Haut schädlich sein. Ein Sonnenbrand kann nicht nur die Haut sondern auch das Immunsystem beschädigen. Aloe Vera hingegen vermag die schädlichen Wirkungen der Sonne zu reduzieren. Forschungen von Dr. Faith Strickland vom Anderson Cancer Center an der University of Texas weist auf die Möglichkeit hin, dass die Aloe Vera mithilft, die Schaden, die Haut und Immunsystem erlitten haben, zu eliminieren. Trägt man frische Aloe direkt auf die sonnenverbrannte Stelle auf, erfolgt die Heilung rasch, und Schmerzen werden gering gehalten.

Nierensteine
Die Aloe Vera hat sich bei der Vorbeugung von Nierensteinen sowie bei der Reduzierung ihrer Größe als äußerst wirksam erwiesen. Die in der Aloe Vera enthaltenen Anthrachinine sorgen für eine Verlangsamung in der Bildung der im Urin enthaltenen Kalziumkristalle, die für das Entstehen und das Wachstum von Nierensteinen mit verantwortlich sind. In seiner Studie berichtet K. Riley, dass das Aloe Vera Extrakt eine Verkleinerung der Nierensteine unterstützt und ihre Beseitigung fördert.

Arthritis Einigen Arthritis-Patienten verhalf die Anwendung mit Aloe Vera zur Linderung ihrer Schmerzen. Die Aloe verfügt über Eigenschaften, die Schmerzen und Entzündungen – die beiden häufigsten Beschwerden bei Arthritis-Patienten – reduzieren. Wie in Studien nachgewiesen wurde, sind die Aloe-Produkte mindestens genauso wirksam wie die üblicherweise verschriebenen, entzündungshemmenden Arzneimittel.

Ernte und Zubereitung von Aloe-Produkten
Bei der Wahl eines Aloe-Produktes von hochwertiger Qualität ist die Methode der Zubereitung sehr wichtig. Das Aloe-Gel muss frisch geerntet werden, um eine Vermischung mit dem abführend wirkenden Saft zu verhindern. Das Aloe-Gel sollte konserviert oder stabilisiert werden, um die Wirksamkeit seiner aktiven Inhaltsstoffe zu gewährleisten. Die Produkte sollten von einem Vertrieb mit gutem Ruf gekauft werden, der hohen Qualitätsmaßstäben gerecht wird. Das Makopolysacharid-Molekül der Aloe-Pflanze ist äußerst empfindlich. Beim Abtrennen des Blattes werden Enzyme freigesetzt, welche die langkettigen Zucker in einfache Zucker zerlegen. Hieraus resultiert eine Minderung der heilenden Eigenschaften. Daher muss das Aloe-Produkt zur Erhaltung der Qualität stabilisiert werden.

Die Wahl der Aloe-Produkte
Es gibt Unterschiede in der Qualität der Produkte. Produkte von hochwertiger Qualität zu erkennen, ist nicht immer einfach. Produkte, die möglicherweise viele Füllmittel enthalten, sind zu meiden – Aloe sollte eines der an erster Stelle aufgelisteten Inhaltsstoffe sein. Zahlreiche Körperlotionen geben Aloe als Inhaltsstoff an; in Wirklichkeit ist ihr Anteil im Produkt oft nur gering. Da die FDA (Federal Drug Association) die Etikettierung von Aloe-Produkten nicht überwacht bzw. regelt, kann die tatsächliche, therapeutische Wirksamkeit bei einigen Produkten minimal sein. Sie sollten nach solchen Produkten Ausschau halten, in denen das ganze Aloe-Blatt verwendet wurde und die kalt weiterverarbeitet wurden. Der Weiterverarbeitungsprozess konnte im Laufe der Jahre verbessert werden, um die wertvollen Heilstoffe der Aloe-Pflanze weitgehend zu erhalten.

Anmerkung: Wenn in der Verarbeitung eben nicht das ganze Blatt verwendet wird, sonder ausschließlich das innere Gel, so enthält der Saft kein Aloin und keine der oben aufgeführten Stoffe, die nur in der Blattrinde enthalten sind."

Quelle: www.heilpraktiker.de