Colostrum: Wissenschaftliche Erkenntnisse
Es bleibt nicht aus, daß für die Gesundheit so überaus wertvolle Stoffe wie das Colostrum zum Objekt intensiver wissenschaftlicher Forschungen und Studien werden.
Angefangen hatte es mit einfachen Beobachtungen von Bauern bei ihren Kühen und Kälbern. Dieses Wissen wurde traditionell an die Nachkommen weitergegeben.
Der Arzt Dr. Hufeland setzte diese Tradition vor 200 Jahren in einer damals noch vorwissenschaftlichen Art fort bis 1955 dann mit der Publikation "Immunmilch" als Nahrungsergänzung das Interesse der breiten Öffentlichkeit und wissenschaftlicher und medizinischer Kreise für die Erstmilch erregt wurde.
Dabei muß man berücksichtigen, daß etliche Inhaltsstoffe von Colostrum erst in jüngster Zeit erkannt und ihre Wirkungen im Körper wissenschaftlich gesichert werden konnten.
Am interessantesten sind dabei die Forschungsergebnisse von Prof. Mero von der finnischen Universität Yväskylä und die eines internationalen Teams unter Dr. N. Roos der Universität Kiel vom „Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung“.
Sie belegen, daß ein bedeutender Teil der wichtigsten Inhaltsstoffe des Colostrums einer Kuh die menschliche Darmwand passiert, in den Blutkreislauf gelangt und damit auch vom Menschen verwertet wird.
Ein anderer Teil der Abwehrzellen (Immunglobuline) lagert sich an der Darmwand an und schützt hier aktiv vor Infektionen. Das gelingt, weil maßgebliche DNA-Sequenzen der Inhaltsstoffe aus dem Colostrum von Mensch und Rind gleich sind.
DNA ist die Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure, dem Träger der genetischen Information.
Außerdem geht man davon aus, daß Colostrum einen "Durchdringbarkeits-Faktor" enthält, der den Transport großer Eiweiß-Moleküle (wie z. B. Immungloboline) durch die Darmwand erlaubt und deren Zersetzung im Darm verhindert.
Für Kinder und Kranke sind sicherlich die Immunfaktoren der Erstmilch von großer Bedeutung. Für den erwachsenen "Normalbürger" jedoch spielt eine andere Gruppe von Inhaltsstoffen, die Wachstumsfaktoren, eine wichtigere Rolle.
Klinische Untersuchungen haben gezeigt, daß Wachstumsfaktoren aus dem Colostrum bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen im Körper maßgeblich beteiligt sind.
Die wichtigsten klinischen Erkenntnisse stellen sich wie folgt dar:
- Colostrale Wachstumsfaktoren unterstützen den Körper, den Blutzuckerspiegel in der Balance zu halten und dem Gehirn seine "Wachsamkeit" zu bewahren.
- Verletzungen der Haut, Wunden, Verbrennungen oder Entzündungen - auch in der Mundschleimhaut - bei äußerlicher Anwendung zu heilen.
- kraftvolle Muskeln zu bilden und zu erhalten.
- beim Fasten und im Verlauf von Diäten nicht Muskel-, sondern statt dessen Fettgewebe in Energie umzuwandeln.
- bei verletzter oder gealterter Muskulatur das normale Wachstum zu beschleunigen und die Muskelzellen wieder zu regenerieren; gleiches gilt für Nervenzellen, Knochen, Knorpel, Kollagen und für die Haut.
- die für jedes Leben nötigen genetischen Säuren DNA und RNA bei Defekten (z. B. durch Röntgen- oder UV-Strahlen) zu reparieren.
- regulierend zu wirken auf Dopamin, Serotonin und Endorphine, die Überträgerstoffe von Impulsen und Schmerzinformationen im Gehirn und an den Nervenenden (diese Stoffe sind maßgeblich beteiligt an unserer guten Laune, Erregung, Müdigkeit oder ob wir eine Migräne bekommen).
- bei sensiblen Zähnen oder nach Zahnbehandlungen Schmerzen und Infektionen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.
- bei Osteoporose verstärktes Knochen- und Knorpelwachstum anzuregen.