Eiweiße - die Bausteine des Lebens
Die Eiweiße sind die wichtigste Nährstoffgruppe. Eiweiße werden auch als 'Bausteine des Lebens' bezeichnet.
Sie befinden sich als Grundsubstanz in den Zellen, im Muskelgewebe, (wie Herz) sind beteiligt an der Bildung der inneren Organe, Knochen, Haut, Haare, am Wachstum, an der Erhaltung und Erneuerung der Zellen und steuern chemische Prozesse, indem sie die Herstellung von Enzymen und Hormonen unterstützen. Des weiteren spielen sie eine wichtige Rolle im Immunsystem.
Grundbausteine der Eiweiße sind 22 Aminosäuren. Daraus baut der Körper seine eigenen Eiweiße auf. Acht davon sind für den Erwachsenen essentiell (für Kinder sind es zehn), das heißt unentbehrlich, da diese nicht vom Körper selbst aufgebaut werden können.
Pflanzen sind die ursprünglichen Eiweißproduzenten. Tier und Mensch erhalten die Eiweiße von Pflanzen und von pflanzenfressenden Tieren. Eiweiße sind für den Menschen um so wertvoller, je mehr sie denen des eigenen Körpers entsprechen. Dieser Wert kann in einer Zahlenskala ausgedrückt werden und wird als biologische Wertigkeit bezeichnet.
Die Wertigkeitszahl drückt aus, wie viel Gramm Körpereiweiß aus 100 Gramm des betreffenden Nahrungs-Eiweißes gebildet werden kann. Je höher die biologische Wertigkeit, um so wertvoller ist das Eiweiß für den Körper. Das Hühnerei hat eine Wertigkeit von 100 und bildet den Basiswert der biologischen Wertigkeit.
Pflanzliche Eiweiße haben meist eine geringere biologische Wertigkeit als tierische Eiweiße. Jedoch kann durch die prozentuale Kombination von Nahrungsmitteln die biologische Wertigkeit erhöht werden.
Zum Beispiel haben Mais und Bohnen eine biologische Wertigkeit von 72. Die Kombination von 52 Prozent trockene Bohnen und 48 Prozent trockener Mais erreicht jedoch schon eine Wertigkeit von 99. Die Kombination von 36 Prozent Vollei und 64 Prozent Kartoffeln erzielt eine biologische Wertigkeit von 136.
Bedarf
Ein gesunder Erwachsener sollte laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht zu sich zu nehmen. Das entspricht - bei einer 60 Kilogramm schweren Person - 48 Gramm pro Tag. Schwangere (plus zehn Gramm laut DGE) und Stillende (plus 15 Gramm laut DGE) sind auf eine zusätzliche Eiweißzufuhr angewiesen.
Ebenso Kinder, die das Eiweiß zur Bildung von neuem Gewebe und zum Wachstum benötigen. Erhalten sie nicht genügend Eiweiß, kommt es zu einer Hemmung des Wachstums sowie der geistigen Entwicklung. Ebenso führt eine geringe Eiweißzufuhr zur Herabsetzung der Leistungsfähigkeit und zu Abwehrschwächen.
Auch kann der Flüssigkeitshaushalt aus dem Gleichgewicht gebracht werden, wodurch eine Ansammlung von Wasser entsteht, die zu den charakteristischen Merkmalen vieler Kinder der Dritten Welt gehört.
Ernährungstipps
Bis zu einem halben Liter fettarme Milch oder 500 Gramm fettarme Milchprodukte sollten Sie täglich zu sich nehmen. 2-3 mal pro Woche eine Fleischportion von 125 bis 150 Gramm, das entspricht zwei kleinen Steaks oder einer Hähnchenkeule.
Ebenso 2-3 mal in Woche 50 Gramm Wurst als Brotbelag, das sind ca. 2 Scheiben. Beim Verzehr von Innereien achten Sie bitte darauf, dass diese mit Schadstoffen wie z. B. Cadmium und Blei belastet sein können. Schwangere sollten vor allem auf Leber verzichten, da diese hohe Mengen an Vitamin A enthält und dem Embryo schaden kann.
Fisch, der 2-3 mal die Woche auf dem Speisezettel stehen sollt, enthält eine Menge leichtverdauliches Eiweiß, ist fettarm und reich an Jod. Aber auch fettreiche Fische wie z. B Lachs, Hering, Makrele und Tunfisch können Sie verzehren, da diese bestimmte Fettsäuren enthalten, die sich positiv auf den Blutdruck und auf die Blutfette auswirken.
Gicht
Gicht entsteht durch Ansammlung von zu viel Harnsäuren im Blut. Die Harnsäure wiederum bildet sich durch die Aufspaltung von Purinen, die Bestandteile des Zellkerns von Wild, Geflügel, Innereien und Hülsenfrüchten sind.
Wenn im Plasma die Harnsäurekonzentration mehr als sieben Milligramm pro Deziliter beträgt, liegt eine Erhöhung des Harnsäurespiegels (Hyperurikämie) vor (bei Gesunden liegt die Harnsäurekonzentration im Serum zwischen 2-7 Milligramm pro Deziliter).
Das heißt allerdings noch nicht, dass auch gleich eine Gicht entsteht. Jedoch steigt die Häufigkeit des Auftretens von Gicht mit der Höhe des Harnsäurespiegels. Grünblättriges Gemüse und frisches Obst sollten bei Gichtgefahr vermehrt gegessen werden.
Quelle: aponet.de