Kolloidales Silber

Geschichte des kolloidalen Silbers

Seit dem Mittelalter wird Silber in Europa zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Aber auch schon die Römer kannten die Vorzüge von Silbergefässen und Silberbesteck.

Ihr Gebrauch schützte den Adel und die reiche Bürgerschaft im Mittelalter vor vielen Seuchen, die die einfachen Leute, die sich keine Silbergefässe und -besteck leisten konnten, hinwegrafften. Im Englischen sagt man auch „born with a silver spoon in the mouth“ (Mit einem Silberlöffel im Mund geboren) zu Menschen, denen es besonders gut geht.

Auch in der chinesischen Überlieferung wird geraten, immer einen Gegenstand aus Silber im Haus zu haben, falls eine Verletzung auftreten sollte, und die Verletzung dann mit diesem Gegenstand einzureiben. Europäische Bauern, aber auch amerikanische Siedler benutzten - vor der Erfindung des Kühlschranks - Silbermünzen, um Milch länger frisch zu halten.

Klinische Forschungen

Die klinische Forschung begann am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Schweizer Forscher Carl Wilhelm von Naegeli berichtete 1888 von erkennbaren Veränderungen bei Bakterien. Diese starben innerhalb von wenigen Minuten, wenn er sie in Kontakt mit Silber in einer Lösung von 10 ppm (parts per million) brachte.

Seinen Spuren folgend fanden auch andere Forscher heraus, dass kleine Silbermengen für Bakterien tödlich sind. Dr. Carl Sigmund Crede, ein Zeitgenosse von Naegelis, fand heraus, dass die Blindheit vieler Kleinkinder darauf beruhte, dass sie sich während der Geburt im Geburtskanal der Mutter mit der Geschlechtskrankheit Gonorrhö infizierten.

Auf seinem Wissen um die medizinischen Eigenschaften von Silber aufbauend, begann Dr. Crede 1893 Neugeborenen eine Silbernitratlösung in die Augen zu träufeln. In kürzester Zeit fiel die Blindheitsrate von Kleinkindern von 10 auf 0,2 Prozent.

Seine Erfolge führten dazu, dass diese Praxis während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in vielen Ländern zum Standard wurde und bis heute noch ist. Dr. Crede war auch der erste Arzt, der kolloidales Silber in die medizinische Praxis einführte.

Er verwendete Silberkolloide extensiv zur Behandlung von Sepsis, rheumatischem Fieber, gonorrhaler Arthritis, Diphterie, zebrospinaler Meningitis und anderen Infektionskrankheiten. Ein weiterer bekannter Pionier der Silberkolloidforschung ist der Gründer des späteren Chemieunternehmens Monsanto, Alfred Searle.

Er fand 1919 heraus, dass kolloidales Silber nicht nur Bakterien, Viren und Pilze abtötet, sondern auch das Immunsystem stärkt. Durch die Einführung moderner Antibiotika geriet kolloidales Silber vor dem 2. Weltkrieg aber wieder in Vergessenheit.

Neuere Studien über kolloidales Silber

In den späten 80er Jahren berichtete Dr. Robert Becker in seinem wegweisenden Buch „The Body Electric“ über den Einsatz von Silberelektroden zur Knochenregeneration.

In einer anderen Studie untersuchte er bösartige Fibrosarkomzellen (eine Krebszellenform) und fand heraus, dass Silberionen die fortlaufende Zellteilung (Mitose) unterbrachen.

Beckers Forschungsergebnisse führten mit dazu, dass Silber nun seit vielen Jahren zur Wundbehandlung eingesetzt und zur Beschleunigung der Heilung in Wundverbände integriert wird. In den 90er Jahren führten medizinische Zentren in den USA weitere Forschungen durch. Dr. Margaret Bayer vom Fox Chase Cancer Center in Philadelphia konnte beweisen, dass das Wachstum und die Ausbreitung der Lyme-Borreliose auslösenden Borrelia burgdorferi spirochetes durch kolloidales Silber im Labor signifikant verlangsamt oder gestoppt werden konnte.

Wie wirkt kolloidales Silber?

Nachweislich unterbrechen die positiv geladenen Silberionen (Ag+ - Ionen) die für das Leben der Bakterien notwendige Atmungskette ähnlich der in der Schulmedizin bekannt gewordenen Proteasehemmer, in dem sich die Ionen an der Zellmembran der Bakterien festsetzen.

Dies geschieht allerdings ohne die zum Teil dramatischen Nebenwirkungen dieser Medikamente. Bei der Bekämpfung von Viren blockieren die Silberionen die Basenpaare in der DNA und verhindern so eine Reduplikation der Viren. Da Silberionen Bakterien nicht direkt angreifen, sind Resistenzbildungen nur sehr schwer möglich.

Laborbeweise

Ergebnisse einer Untersuchung der Birgham Young University, hier vereinfacht dargestellt: Bei sämtlichen folgenden Bakterien waren Silberkonzentrationen von 2,5 bis 5 ppm abtötend: Staphylococcus aureus, Shigella boydii, Salmonella arizonae, E. coli, Haemophilus influenzae, Enterobacter aerogenes, Enterobacter cloacae, Klebsiella pneumoniae, Klebsiella ozaenae, Pseudomonas aeroginosa, Streptococcus pneumoniae, Streptococcus pyogenes.

Forschungen in Deutschland

Da Silber in kolloidaler Form mindestens 650 Erreger (in vitro) wirkungsvoll bekämpfen kann - und zwar Viren, Bakterien und Pilze - fragt man sich, warum dieses Metall erst jetzt wieder in das Bewusstsein der Therapeuten rückt. Vorreiter in Deutschland ist wohl der Heilpraktiker Uwe Reinelt.

1997 veröffentlichte er bereits in verschiedenen Fachzeitschriften Berichte zu diesem Thema und konnte hunderte von Kollegen für diese viel versprechende Therapie begeistern. Zwei Jahre später wurde dann das Buch von dem Biologen Dr. Josef Pies veröffentlicht (siehe unten) und die ersten deutschsprachigen Informationen erschienen im Internet.

Heute ist kolloidales Silber in Fachkreisen kein Fremdwort mehr. Euphorisch wird von wahren „Wunderheilungen“ bei schweren Infektionen berichtet. Zwar sind nachweislich in der Lösung von 5 ppm keine Erreger mehr lebensfähig, diese Lösung muss die Erreger aber auch in ausreichender Menge erreichen.

Zur Bekämpfung schwerer Infektionen können daher auch mehrere Gläser täglich über den Tag verteilt in niedrigen Konzentrationen verabreicht werden. 1989 hatte eine Gruppe amerikanischer Therapeuten mit dieser Art der Silbertherapie erstaunliche Erfolge.

Es ist wiederum HP Uwe Reinelt zu verdanken, dass viele Therapeuten im deutschsprachigen Raum diesen, den ursprünglichen Weg gewählt haben - mit erstaunlichen Erfolgen auch bei schweren Infektionen und ebenfalls ohne Nebenwirkungen.

Daraufhin wurden einige Unternehmen, die Nahrungsergänzungsmittel vertreiben, auf das sehr einfach herzustellende alternative Antibiotikum aufmerksam. Allein in Nordamerika gibt es heute mehr als tausend Firmen, die kolloidiales Silber als Fertigprodukt anbieten.

Dort ist es auch in Reformhäusern und Naturkostläden erhältlich, oft zu horrenden Preisen. Wichtig ist auch die Art und Weise, wie kolloidales Silber verabreicht wird Offensichtlich ist nicht die Konzentration entscheidend, sondern die Art und Weise, wie das Silber die Erreger erreicht.

So werden bei akuten bakteriellen oder viralen Erkrankungen - z.B. Grippe - von amerikanischen Therapeuten regelmässige Gaben von schwach konzentriertem kolloidalem Silber empfohlen. Sie empfehlen, bei viralen oder bakteriellen Erkrankungen, die nicht den Darm betreffen, 500 ml kolloidales Silber in der Konzentration von ca. 3,5 ppm über den Tag verteilt zwischen den Mahlzeiten zu trinken und dabei das kolloidale Silber einige Zeit im Mund zu behalten, da über die Mundschleimhaut eine intensive Aufnahme erfolgen kann.

So werden die Silberkollode schnell möglichst gleichmässig im Blut verteilt und können dort wirksam werden. Anders bei Erregern im Verdauungstrakt, z.B. bei Darmgrippe: Hier waren die amerikanischen Therapeuten mit derselben Menge (500 ml) auf einmal, möglichst auf nüchternen Magen getrunken, erfolgreicher.

Hier ist es wichtig, dass das kolloidale Silber den Darmtrakt auch erreicht. Da Wasser in grösseren Mengen den Magen fast unbeeinflusst und unverdünnt passiert und sich nicht im Magen mit Salzsäure zu Silberchlorid verbindet, kann so das kolloidale Silber direkt in den Darmtrakt gelangen.

Über die Gefahren der eigenen Herstellung von kolloidalem Silber berichtet Dr. Josef Pies in neueren Auflagen seines Buches „Immun mit kolloidalem Silber“. So warnt er davor, Leitungswasser oder Mineralwasser zur Herstellung zu verwenden.

Leitungswasser enthält verschiedene Salze, was dazu führen könnte, dass man kein elementares kolloidales Silber, sondern Silbersalze produzieren würde. Insbesondere bei der Verwendung von Kochsalz erhält man zum Bespiel Silberchlorid.

Deshalb darf wegen der Argyrie-Gefahr zur Herstellung ausschließlich entmineralisiertes Wasser ohne Zusätze verwendet werden. Um zu verhindern, dass keine unerwünschten Schwermetallverbindungen entstehen, sollten die Silberelektroden unbedingt aus hochreinem medizinischem Silber gefertigt sein.

Andere Anwendungen

Obwohl schon seit Jahrtausenden die antimikrobiellen Eigenschaften des Silbers bekannt sind, scheint es erst jetzt wieder von der Industrie neu entdeckt zu werden.

So versetzt ein bekannter deutscher Hersteller die Kunststoffinnenverkleidung seiner Kühlschränke mit Silberpartikeln, um sie vor Verkeimung zu schützen.

Ebenso verfährt ein namhafter deutscher Hersteller von sanitären Einrichtungen, indem er Silberpartikel in die Glasur von Waschbecken einbringt. In den USA wird kolloidales Silber schon seit weit über zehn Jahren angeboten und mittlerweile sind auch hier unzählige Produkte im Versandhandel erhältlich.

Die Pharmaindustrie bietet kein kolloidales Silber als Fertigprodukt an, jedoch sind einige silberhaltige Arzneimittel in deutschen Apotheken erhältlich.

Dazu gehören Augentropfen für die Crede-Prophylaxe, Wundbehandlungsmittel als Gel, ein Hydrokolloidalverband, Salben und Puder. Alle diese apothekenpflichtigen Arzneimittel enthalten unterschiedliche Silberverbindungen, jedoch kein elementares kolloidales Silber.

Perspektive Fast zwei Dutzend Bakterienstämme sind mittlerweile bekannt, gegen die kein klassisches Antibiotikum mehr etwas ausrichten kann. Bezogen auf diese Flut unkontrollierbarer pathogener Erreger berechtigt die Anwendung von kolloidalem Silber zur Hoffnung.

Wann wird das schon fast vergessene Silber wieder offiziell als Therapie in unseren Alltag treten? Seitdem man weiß, dass es auch gegen antibiotikaresistente und mutierte Erreger wirkt, das Immunsystem mobilisiert und die Bildung neuer gesunder Zellen fördert, ist es nur vernünftig zu behaupten, dass kolloidales Silber in Zukunft die bedeutendste Alternative zu herkömmlichen Medikamenten sein könnte