Chancen des Direktvertriebs
Shopping zu Hause wird immer beliebter – jeder zweite Deutsche nutzt Direktvertrieb
Während der Versandhandel darnieder liegt und Marktanteile verliert, kaufen Deutschlands Verbraucher immer häufiger von Direktvertriebsberatern in den eigenen vier Wänden ein.
Nach den Teleshopping-Sendern meldet nun auch der Direktvertrieb neue Rekordumsätze.
Im vergangenen Jahr verkauften Berater von Unternehmen wie LR, Avon, Tupperware, Vorwerk und Co. in deutschen Wohnungen Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 7,9 Milliarden Euro.
In den vergangenen zehn Jahren sind die Umsätze Dank dieser Entwicklung um fast eine Milliarde Euro gestiegen. Bis zum Jahr 2020 werden die Erlöse im Direktvertrieb - so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Prognos - kontinuierlich steigen.
Die Experten prognostizieren ein durchschnittliches Umsatzplus von 7,5 Prozent pro Jahr.
Bereits heute hat jeder Zweite in Deutschland schon einmal über den Direktvertrieb eingekauft. Der Studie zufolge wollen künftig immerhin acht von zehn Verbrauchern diese Möglichkeit nutzen.
Direktvertrieb in Europa
„Der Direktvertrieb ist eine neue „Jobmaschine“ und aus der Unternehmerlandschaft nicht mehr wegzudenken“, davon war schon Kommerzialrat Walter Nettig überzeugt.
Ein Blick auf die Statistiken genügt:
In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Direktvermarkter beinahe verdreifacht (siehe Studie der FEDSA, Federation of European Direct Selling Associations).
Die Bedeutung des Direktvertriebs als wichtiger Zweig des Handels, aber auch als Beschäftigungsfaktor kommt in zwei Eckdaten zum Ausdruck: Weltweit sind im Direktvertrieb mehr als 40 Millionen Menschen tätig, die für ihr Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 80 Milliarden Dollar erwirtschaften.
Einen enormen Aufschwung hat der Direktvertrieb in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch in Europa erlebt, wo sich Beratung und Präsentation und Vorführung von Produkten direkt beim Kunden mittlerweile auch in den ehemaligen Reformstaaten Osteuropas weit entfaltet haben.
So sind etwa in Polen mehr als 350.000, in Ungarn 146.000 und in Tschechien 117.000 Menschen in Direktvertriebsunternehmen tätig.
Und selbst in der kleinen Slowakei schafft der Direktvertrieb beinahe 70.000 Arbeitsplätze.
Die größte Zahl an Beschäftigten in der EU hat Großbritannien mit rund 415.000 Außendienstmitarbeitern noch vor Deutschland mit 210.000 und Frankreich mit 180.000 aufzuweisen.
Freunde als Verkäufer genießen höhere Glaubwürdigkeit
Grundsätzlich haben bereits 61,9 % aller Befragten schon mal Produkte oder Dienstleistungen über Bekannte erworben; 81,2 % könnten es sich vorstellen.
Der Kauf über diesen Weg stellt folglich für das Gros der Kunden kein Neuland dar. Gegenüber dem traditionellen Kauf sehen die Verbraucher insbesondere in der höheren Vertrauens- und Glaubwürdigkeit von Bekannten (51 %) sowie in der persönlichen und individuellen Beratung (50,3 %) für sich die größten Vorteile beim Kauf von Produkten oder Dienstleistungen über diesen Weg, gefolgt von der Möglichkeit ausführlicher Produkttests (29,4 %) und den Kriterien kompetentere Beratung (29 %), Bequemlichkeit (26,4 %) und einfacher Umtausch sowie schnellere Reklamationsbearbeitung (24,6 %).
Der Erlebnis- und Spaßfaktor stand mit 14,7 % der Nennungen an letzter Stelle, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Beratungs- und Agenturgruppe Marketing Partner, Wiesbaden.
Basis der Erhebungen bildete eine bundesweite Konsumentenbefragung (500 Privatpersonen).
Perspektiven des Direktvertriebs in Deutschland
Erste umfassende Studie seit zehn Jahren – Rekordumsatz 2004 – Jeder zweite Deutsche nutzt Direktvertrieb
Im Direktvertrieb wurde 2004 ein Rekordumsatz in Deutschland erzielt. Die Verbraucher kauften Waren und Dienstleistungen im Wert von über 7,9 Milliarden Euro in ihrer Wohnung oder wohnungsnaher Umgebung.
Das bedeutet einen deutlichen Zuwachs gegenüber 1994.
Mehr als jeder Zweite hat schon einmal im Direktvertrieb gekauft, 15 % in den letzten 12 Monaten. Damit konnte die Branche der allgemeinen Konsumflaute in Deutschland trotzen.
Direktvertrieb in Europa boomt weiter Dies geht aus den von der FEDSA (Federation of European Direct Selling Association, Direktvertriebsverband für Europa) veröffentlichten Umsatzzahlen hervor.
Wie groß dieser Wirtschaftszweig tatsächlich ist, bleibt allerdings offen, da die FEDSA lediglich die Umsätze ihrer Mitglieder – den in den jeweiligen Landesverbänden organisierten Unternehmen – veröffentlicht.
Betrug der Nettoumsatz 1994 rund 6,3 Milliarden Euro, waren es 2003 schon fast 9 Milliarden. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der Distributoren von 1,7 Millionen auf 4,5 Millionen.
Angela Merkel:
„Ich halte den Direktvertrieb für eine interessante Alternative.“
Gerhard Schröder:
„Gerade auch der Direktvertrieb kann Menschen eine Chance bieten.“
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